05.12.2006
Als Mama und Papa Ente neue Küken bekamen....

Saisonrückblick der Juniorinnen

Im letzten Frühling, bei dem ersten Spiel der Damen, saßen ein paar Einzelne von uns am Spielfeldrand und staunten. War uns dieser Sport doch recht wenig bekannt und das Bild, das sich uns bot sah wirklich komisch aus: Spielerinnen liefen Zickzack über das Feld, Trainer standen an der Seite und machten merkwürdige Bewegungen und die Hälfte der Spielerinnen saßen auf einer Bank und nahmen an dem Spiel nur durch lautes Schreien und Singen teil.
Hätte jemand Fremdes bei unserem letzten Spiel dieser Saison zugeschaut, so hätte er einen ähnlichen Eindruck gehabt.
Am Ende unserer ersten Saison spielten wir, wenn auch noch nicht ganz so effektiv, doch schon recht professionell: Ein jeder beherrschte seine Position, in der Offensive kannten wir so manchen Trick und unsere Anfeuerungsgesänge waren berühmt- berüchtigt.
Wenn man sich nun den Sprung ansieht, den wir in der vergangenen Saison gemacht haben, so stellt man plötzlich fest, wieviel wir doch gelernt haben und welch enorme Entwicklung wir vollzogen haben.

Dabei sah es über den Winter so aus, als ob wir gar keine Saison haben würden. Zu dem Training in der Halle kamen oft nicht mehr als 5 Personen.
Deshalb wurden jede Menge Freundinnen zum Training "angeschleppt" und manche blieb. So waren wir bei unserem ersten Spiel, einem Freundschaftsspiel gegen die Kieler, doch genügend Spielerinnen. Dieses wie auch die folgenden Saisonspiele waren simple "Lernspiele". Oft herrschte Chaos auf dem Spielfeld, viele Regeln waren uns nicht vertraut und hinzu kam noch die große Nervosität. Wir verbrachten diese Spielen überwiegend in der Defensive, möglichst bemüht wenig Fehler zu machen. Auch wenn wir es nicht wirklich bemerken, so verbesserten wir uns von Spiel zu Spiel ein wenig.
Das Glück meinte es aber trotzdem gut mit uns und so gewannen wir gleich unser zweites Saisonspiel gegen die Möllner Twins. Diesen Triumph konnten wir leider nur noch einmal gegen die Wildcats wiederholen.

Anfang Juni veranstalteten wir unsere erste gemeinsame Teamaktion. Wir fuhren für ein Wochenende in ein Trainingslager nach Lauenburg. Die dreistündige Fahrradtour, die wir dorthin bewältigen mussten, konnte uns nicht die Laune verderben und so hatten wir neben dem Training jede Menge Spaß. Wir machten eine Rallye durch Lauenburg, erstellten eine einzigartige Fotostory und lernten wie man Zelte richtig aufbaut.
Auch wenn dies Wochenende als Trainingslager verstanden wurde, so hatte es doch weit mehr Auswirkungen auf uns. Zum ersten Mal fühlten wir uns nicht nur wie richtige Softballspielerinnen, sondern waren Teil eines Teams. Wir lernten uns alle einmal abseits unseres Platzes kennen und bemerkten, dass man gemeinsam schwierige Aufgaben einfach besser meistern kann: Wie zum Beispiel aus Ästen die Holzpuppe "Gabor" zu bauen, eine menschliche Pyramiden für das Teamfoto zu bilden oder ein anspruchsvolles Trainingslagerlied zu dichten.

Nach dem Trainingslager war unser Team zwar noch mehr zusammengewachsen, konnte aber immer noch keine neuen Erfolge verbuchen. In unseren Spielen passierten uns fortlaufend die gleichen Fehler, nichts sollte wirklich funktionieren. Geduld war mehr denn je gefragt. Auch bei unsere kleinen Fangemeinde, die zu diesem Zeitpunkt immer größer wurde.
Diese schwierige Phase meisterten wir mit unserer größten Waffe: Unserer gute Laune, die selbst bei sehr frustrierenden Spielen am Ende immer überwog.
Sehr wichtig war auch, dass wir uns gegenseitig keine Vorwürfe machten, da keine länger und besser spielte als die andere.
Nach unserer wohlverdienten Sommerpause ging es in die kurze Vorbereitung für unsere beiden Großereignisse im Herbst: Das Lisa Fernandez Junior Challenge Tunier und die Deutsche Meisterschaft in Mannheim.

Am 23. und 24. September war es dann endlich Zeit für "unser Lisa Tunier", welches jährlich auf unserem Platz veranstaltet wird.
Schon einen Tag vorher hatten wir mächtig Spaß mit dem Putzen und Schmücken unserer Ritterburg. Am gleichen Abend erschienen die anderen Teams. Zu Gast hatten wir die Neuenkirchner Nightmares, die Prager Storms, ein Team aus Spaarnwoude, Holland und sogar die polnische Nationalmannschaft.
Natürlich konnten wir gegen so erfahrene Teams nicht viel ausrichten, denn kaum ein Ritterchen von uns spielte länger als ein halbes Jahr.
Uns mangelte es einfach, ähnlich wie in der Saison, an Routine und Reife.
Gewannen taten die Polinnen. Aber auch wir gewannen, nämlich unsere ersten Tuniererfahrungen. Nach diesem ereignisreichen Wochenende waren wir höchst zufrieden mit uns und doppelt motiviert. Wir rechneten uns aus, in wieviel Jahren wir in der Lage wären, die Polinnen zu schlagen, kamen zu keiner eindeutigen Antwort und konzentrierten uns statt dessen lieber auf unser nächstes Riesenereignis: Die deutsche Juniorinnen Meisterschaft.

Die Teilnahme an der ersten deutschen Juniorinnen Meisterschaft am 07. und 08. Oktober verdankten wir unserem Glück (oder vielleicht unserem Maskottchen "Knightley").
Die andere Mannschaft aus Hamburg, die "Wildcats", brachten kein Team zustande und so durften wir als Vertreter für Hamburg nach Süddeutschland fahren.
Mit erhobenen Häuptern, schließlich hat wohl kaum ein Team so schnell Karriere gemacht wie wir, fuhren wir nach Mannheim.
Natürlich wurde uns schnell bewusst, dass auch hier Erfahrungen mehr zählen, als Ergebnisse. Das erste Spiel verloren wir zwar nur sehr knapp, spielten aber in den restlichen Partien sehr unglücklich und beendeten dieses Turnier mit einer ähnlichen Platzierung, wie im Lisa Fernandez Turnier.

Wenn man jetzt beim Zusammenfassen des letzten Jahres, alles noch einmal Revue passieren lässt so überkommt einen ein großes "Puh, was haben wir nicht alles geschafft", ein genauso großes "Wie Schade, schon vorbei" und ein noch viel größeres "Bald endlich fängt die neue Saison wieder an". Denn wie man eben bei unseren letzten Spielen feststellen konnte: Wir werden immer besser.
In die nächste Saison können wir gleich viel erfahrener einsteigen. Auch haben wir Zuwachs bekommen, welcher uns dabei unterstützt.
Wer weiß also was die neue Saison bringen wird?
Ein paar Stichworte sind schon gefallen: Italien, Holland, Polen,..... Hört sich doch gut an, oder?

- alice kohn -
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