25.05.2006
Trainingslager 2006 Launburg (Hohnsdorf)
Unverdorben, ahnungslos und voller Vertrauen in alles, was kommen würde, brachen wir am Samstag den 3. Juni vom Dammtor Bahnhof aus auf. Keiner wusste wohin es gehen würde, Jan hatte vorher nichts preisgegeben. Wir ahnten nur, dass wir Fahrrad fahren und wahrscheinlich in Zelten übernachten würden.
Unser Aufbruch fand nicht ohne das übliche Knights- Chaos statt: Einmal Verschlafen und dreimal Geschirr vergessen.
Nachdem wir unsere Taschen alle in Zinas Auto verstaut hatten, ging es mit der S- Bahn Richtung Bergedorf.
In Bergedorf stiegen wir aus und machten uns frohen Mutes auf ins Unbekannte. Wie kleine Küken fuhren wir in einer Reihe zwischen Mama Ente (Claudia) und Papa Ente (Jan) an Wiesen, Wäldern und Dörfern vorbei, plauderten, sangen und wetteten.
Nach einer guten Weile machten wir Rast an einer Bäckerei an einem Deich. Den Fluss hinter dem Deich identifizierten wir waschechten Hamburger gleich als die Elbe. Diese begleitete uns auch unsere weitere Reise entlang:
Wir passierten ein Atomkraftwerk, ein Kletterspielplatz und fuhren durch einen dunklen Wald, die Elbe blitzte immer neben uns durch die Büsche.
Die nächste Station auf unserer Reise war Geesthacht. Gehört hatten wir von dieser Stadt alle einmal, aber wo genau sie jetzt liegt, wusste keiner.
Also fuhren wir immer noch orientierungslos aber in guter Stimmung weiter. Schließlich hegten wir alle die naive Hoffnung bald anzukommen. Diese legte sich aber, als wir wie Hänsel und Gretel in einen dunklen Wald geführt wurden und durch enge, matschige und steile Wege waten mussten. Die ersten Küken fingen an zu quacken und wohl ein Jeder überlegte schwitzend und schnaufend, ob es wohl so eine gute Idee war mitzukommen. Selbst Papa Ente verlor langsam den Enthusiasmus und kündigte an, dass das Konditionstraining ausfallen werde.
Wie bei jeder Gruppe gab es auch bei uns ein Sorgenkind. Diesmal war es Nhu, welche zuerst vom Fahrrad fiel und dann später auch noch Probleme mit ihrer Kette hatte. Doch Mama Ente Claudia brachte dies trotz Mückenattacken wieder in Ordnung.

Nach einer Ewigkeit erreichten wir Lauenburg. In Lauenburg überquerten wir die Elbe und nach kurzer Zeit erreichten wir endlich unseren Campingplatz. Dieser lag zwischen dem Deich und der Elbe und hatte sogar einen Sandstrand mit Blick auf Lauenburg.
Die erste Zeit verbrachten wir erschöpft auf den Boden liegend. Wir waren genau 3,5 Stunden unterwegs gewesen!
Danach wurde das riesige Zelt, welches Uli in seinem Auto transportiert hatte, unter der Anleitung von Robyn aufgebaut.
Von einem netten Menschen vom Campingplatz bekamen wir noch einen riesigen Filzteppich, den wir auf den Boden legen konnten.

Nachdem wir unser Zelt fertig eingerichtet hatten und Jan und Uli ihr extra Zelt aufgebaut hatten, ging es los mit unserer ersten Aufgabe: Zwischen den Bäumen war ein riesiges Gitter befestigt und jede von uns musste durch eines der Kästen in dem Gitter gelangen. Es wurde gehoben, sich steif gemacht und gekrabbelt. In der ersten Runde verschätzte Jenny sich leider. Beim zweiten Anlauf klappte dann alles.

Die zweite Aufgabe war weitaus kribbeliger:
Wir bekamen jeder ein kratziges Band durch die Hosenbeine und Ärmel und waren am Ende alle miteinander verbunden. Jetzt mussten wir versuchen in einer Reihe einen Parcours zu meistern. Das Band scheuerte und kitzelte und wir waren alle froh, als wir uns endlich wieder voneinander befreien durften.

Danach wurde noch ein wenig gegolft (mit Softballschlägern natürlich): Wir mussten durch ein Tor schießen, auf eine Decke, Helme auf dem Deich berühren und als letztes den Ball in einen Eimer schlagen.
Danach gab es unser erstes Trainigslageressen. Heißhungrig stürzten wir uns auf Hot Dogs und Paprika mir Reis.

Zur gleichen Zeit hatte Tossibär seine Premiere und wurde gleich in das Knights- Team aufgenommen.
Tossibär hatte den Höhepunkt seiner kurzen Karriere in einem etwas abgewandelten Softballspiel auf der großen Wiese hinter unserem Zelt. Er durfte sogar das ganze Spiel hindurch tossen. Zina hatte sich schon sehr früh ins Zelt gelegt, da es ihr nicht gut ging und verschlief leider unser schönes Lagerfeuer.

Claudia spielte Feuerteufel. Zuerst verbrannte sie Schuhe mit der Absicht diese zu trocknen. Danach beschwor sie das Feuer sowie uns mir ihren versauten Witzen. Nachdem wir so verdorben wurden, spielten wir Vivis kompliziertes Klatschspiel. Es dauerte eine Weile, bis es jeder verstand, doch dann machte es wirklich Spaß. Elizabeth übertrieb es ein wenig und haute so stark zu, dass sie am nächsten Tag blaue Beine hatte.
Irgendwann wurde das Gähnen mehr, die Mücken zu viele und so lagen wir kurz darauf dick eingemummelt in unseren Schlafsäcken.

Der Tag darauf begann mit einem ausgiebigen Frühstück im Freien.
Die ersten Mutigen probierten die Dusche aus, der Rest einigte sich auf kollektives Stinken. Und schon ging es zum ersten wirklichen Training auf der Wiese hinter unseren Zelt. Tossibär war vom Vortag etwas mitgenommen, und konnte leider nicht mit trainieren.
Das Beste an diesem Training war, die Bälle vom Deich in das hohe Gras schlagen. Es muss wohl sehr malerisch ausgesehen haben, denn wir hatten dabei sogar ein paar Zuschauer. Das einzig Schwierige an dieser Übung war die Bälle in dem hohen Gras wiederzufinden. Kea nahm diese Aufgabe sehr genau und sprang hinter jedem Ball her, sodass wir schon Angst bekamen auch sie nicht wiederzufinden.
Vereinzelte Sonnenstrahlen ließen sich blicken und Loui überkamen Frühlingsgefühle. Sie tobte herum und machte Kopf- und Handstände.

Nach kurzer Pause ging es schon wieder weiter zum nächsten Training.
Diesmal fuhren wir mit unseren Fahrrädern zu einem Sportplatz in der Nähe. Dort übten wir Groundballs aufnehmen und hatten Pitcher-/Catchertraining.

Zurück beim Campingplatz gab es eine neue Aufgabe für uns: Wir sollten zur Tankstelle in den Ort fahren und uns dort als Gruppe vorstellen. Dort bekamen wir dann einen Korb mit Bastelutensilien und einem Aufgabenzettel:

Alle Aufgaben bewältigten höchst zufriedenstellend:
Wir haben das beste Trainingslagerlied, das es gibt. Wir benötigen nur noch ein Plattenstudio und dann winkt auch bestimmt schon der Plattenvertrag.
Wir haben eine spannende Fotostory, ohne Liebe, denn gutaussehende Jungs gab es in Lauenburg nicht, dafür haben wir eine spektakuläre Tote und die ersten Spürenten Deutschlands in unseren Krimi eingebracht. Unser Mörder ist auch eine Besonderheit: Sie ist blond, eher klein und pitcht sehr gut (aber mehr wird nicht verraten).
Unsere Rallye durch Lauenburg verlief prima. Wir benutzen nur einmal die falsche Treppe. Unsere Antworten waren größtenteils richtig, wir hatten aber auch Hilfe von Jemand fachkundigen. Obwohl wir festgestellt hatten, dass Lauenburg zu ca. 70 % aus Senioren bestand und diese meist nicht besonders offen und hilfsbereit waren, trafen wir dann doch auf eine Ausnahme: Marianne war in Lauenburg geboren, in der Maria-Magdalenen-Kirche bei Pastor Engels konfirmiert und konnte uns fast alle Rallye- Fragen beantworten.
Marianne lachte wohl mehr als wir alle zusammen, machte jede Menge Fotos und wollte sich gar nicht mehr so gerne von uns trennen.
Wäre sie etwas jünger gewesen, sie hätte sich glatt den Knights angeschlossen. Zum Abschluss machten wir noch ein Foto von ihr, welches wir ihr zu schicken versprachen. Auf dem Foto hält sie Gabys Kopf, was sie sehr lustig findet, obwohl sie gar nicht wusste, was er für eine Bedeutung hat.

Nachdem wir so erfolgreich waren, ging es in Richtung Campingplatz zurück. Vorher machten wir noch einmal kurz Rast um uns der Aufgabe gemäß zu schmücken und Gaby (Gabor) zu basteln.
Erschöpft, aber sehr zufrieden, fuhren wir klingelnd wieder auf unsern Campingplatz ein. Stolz präsentierten wir, was wir alles geschafft hatten.:
Die Fotostory brachte viel Gelächter, Gabys Geheimnis wurde leider ausgeplaudert und unser Lied führte zu Trainer- Tränen. Abschließend wurde ein "Survivor- Foto" gemacht, auf dem eine leider fehlte:
Kea konnte wahrscheinlich den nervlichen Strapazen unserer Reise nicht standhalten, sie hatte ja auch die schwerste Rolle von uns allen (zumindest in der Fotostory) und so verließ sie uns schon einen Tag früher.
Wir Restlichen genossen jetzt unser wohlverdientes Abendessen, welches von Jan und Uli während unserer Abwesenheit vorbereitet worden war. Wer nach diesem anstrengenden Tag und dem vielen Essen noch aufrecht sitzen konnte, blieb noch am Lagerfeuer und löste Rätselspiele.
Bald darauf war schon wieder ein Trainingslagertag zu Ende gegangen. Was hatten wir an diesem Tag nicht alles gelernt: Wie man eine Puppe aus Ästen bastelt, Mariannes Lebensgeschichte, wie man Groundballs richtig aufnimmt und, und, und.

Der nächste Tag begann etwas später als der vorige. Nach dem Frühstück fuhren wir noch einmal zu dem Sportplatz und trainierten dort. Als Trainingsabschluss spielten wir noch ein kleines Spiel, diesmal aber mir einem sehr großen Ball und verkehrt herum, d.h. wir mussten zum dritten Base anstatt zum ersten laufen.
Auf dem Zeltplatz hatte die verletzte Ronja schon fleißig aufgeräumt und auch für uns hieß es nach unserer Rückkehr Sachen packen und das Zelt abbauen.
Uli hatte sich für letzteres ein sehr komplizierten Plan ausgedacht, welcher auch ausgeführt wurde und sogar ganz gut klappte. Unsere Sachen wurden in die Autos verstaut und schon sah der Platz so aus, als ob hier nie Ritter gewütet hatten.
Unsere Rückreise war einiges entspannter. Wir fuhren von Lauenburg mit der Bahn nach Hamburg. Am Hauptbahnhof gab es einen kurzen Abschied und da war es plötzlich auch schon vorbei, unser Trainingslager.

Es war sehr anstrengend aber auch sehr schön gewesen.
Am schönsten war wohl, dass wir uns alle so gut verstanden haben und dass es keinen Streit gab. Ich denke dass wir spätestens nach diesem Wochenende ein richtiges Team geworden sind.
Vielen Dank auch noch einmal an Jan und Uli (und sicher auch Claudia), welche sich viel Mühe gegeben haben und uns somit ein tolles Wochenende beschert haben.

- alice kohn -
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