| 02.01.2007 | ||||||||
| Knights Juniorinnen auf der Deutschen Meisterschaft | ||||||||
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Es waren einmal ein paar kleine Ritter. Die lebten in einem fernen Land. Eines Tages befreiten sie, nach einem besonders harten Kampf, das Land von wilden Katzen. Daraufhin lud der König dieses fernen Landes sie zu sich auf die Hammaburg. Dort gab er ihnen den Auftrag in ein anderes fernes Land zu reisen und dort auf dem größten Ritterturnier, soweit bekannt, ihr Land ehrenvoll zu vertreten. Die kleinen Ritter machten sich also auf den langen Weg in das andere ferne Land. Dort angekommen verbrachten sie die Tage mit harten Kämpfen und die Nächte in einer verwunschenen Burg. Die Ritter gewannen jeden Kampf und die Bewohner des anderen fernen Landes feierten ihnen zu Ehren ein riesiges Fest. Bepackt mit vielen Gaben und Auszeichnungen reisten die Ritter zurück in ihr Land. In einem Triumphzug erreichten sie die Hammaburg, wo ihnen zu Ehren der König ein großes Festmahl veranstaltete, an dem auch die ganze Bevölkerung des Landes teilnehmen durfte. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann essen sie noch heute. Nun ja, ganz so glorreich war unsere Teilnahme an der Deutsche Meisterschaft nicht. Das Qualifikationsspiel gegen die Wildcats, zum Beispiel, fand gar nicht erst statt. Unsere einzige Konkurrenz bekam keine Mannschaft zustande und somit nahmen wir, die "Hamburg Knights", als Team für Hamburg an der ersten Deutschen Softballmeisterschaft für Juniorinnen teil. Am Freitag den 6. Oktober 2006 ging es los. Wir machten uns auf die Reise zum Ausrichtungsort Mannheim. Uns erwartete der Höhepunkt unserer kurzen Softballkarriere: ein Wochenende voll erstklassigem Softball. Doch anstatt uns Gedanken über das Kommende zu machen, verbrachten wir die lange Autofahrt mit Schlafen, dem Lösen kniffliger Rätsel oder mit dem Streiten über die Musik. Als wir endlich bei unserer Jugendherberge ankamen, war es schon dunkel. Trotz großer Müdigkeit staunten wir nicht schlecht: Unsere Jugendherberge war Teil einer kleinen burgähnlichen Festung. Selbst unsere Zimmer hatten so passende Namen wie "Vorderburg" oder "Mittelburg". In diesem ritterlichen Ambiente fühlten wir uns gleich gut behütet. Der große Tag begann mit ein paar schläfrigen Gesichtern beim Frühstück, doch viel Zeit für Müdigkeit blieb nicht. Wenig später saßen wir in unseren Trikots im Auto und das Abenteuer konnte beginnen. Vorher allerdings machten wir noch einen Halt beim Heidelberger Schloss. Im Schlosspark amüsierten wir uns prächtig, ließen uns mit dem nackten Poseidon fotografieren und klärten die verwirrten Heidelberger über unser fremdartiges Auftreten auf. Letzteres gaben wir bald auf, da es einfach zu mühselig war, den Begriff "Softball" andauern erklären zu müssen. Endlich bei den Softballplätzen angekommen, blieb uns kaum Zeit zum Staunen. Es wurde sich kurz aufgewärmt und plötzlich standen wir schon auf dem Softballfeld. Langsam wurde die Gesichter ein wenig blasser. Die Gänsehaut auf den Armen und das Zittern in den Knien machte uns nun deutlich, worauf wir uns eigentlich eingelassen hatten: Wir waren bis nach Süddeutschland gereist, um gegen die besten Juniorinnenteams Deutschlands Softball zu spielen. Was genau im ersten Spiel geschah, erinnert kaum eine von uns. Wir spielten wie in Trance. Erst beim Aufwachen nach dem Spiel wurde jedem bewusst, wie gut wir uns geschlagen hatten. Wir unterlagen knapp mit 3:5 Punkten. Obwohl wir weniger nervös waren, verlief unser zweites Spiel am Nachmittag nicht so erfolgreich. Der Schiedsrichter war diesmal sehr genau in seinen Entscheidungen. Das gegnerische Team konnte mit dieser Situation besser umgehen und so erlitten wir eine enorme Niederlage. Die beiden anderen Spiele am nächsten Tag verliefen ähnlich. Den Erfolg vom ersten Spiel konnten wir, trotz guter Chancen, nicht mehr wiederholen. Die Spiele der anderen Teams, die wir während unserer freien Zeit beobachteten, bestätigten uns, dass hier auf einem Niveau gespielt wurde, das wir noch nicht erreicht hatten. Kein Wunder, da keine von uns länger als ein Jahr spielte. Dennoch bekamen wir manch anerkennenden Blick und auch Lob von den anderen Teams. Denn in einem waren wir einzigartig: wir behielten unsere gute Stimmung trotz der hohen Rückstände. Dies lag auch an den lustigen Aktivitäten, die wir neben den Spielen hatten: Unseren Abend in der "Jugenherbergsburg" verbrachten wir mit Rumalbern, Singen beim Geschirrabwaschen und witzigen Spielen. Am Sonntag gab es zudem ein großes Geburtstagsfrühstück für Jenny mit Geschenken und Kuchen. Am Endspiel nahmen wir, wen wundert's, von der Tribüne aus teil. Schwatzend und Kuchen essend genossen wir die einmalige Softballatmosphäre und jubelten unserem Oberritter Claudia beim "Eröffnungspitch" zu. Am Ende eines spannenden Endspieles siegten überraschend die "Wesseling Vermins". Danach kam es zu unserem letzten großen Auftritt bei der Siegerehrung. Man kann wohl getrost sagen, dass kein Team sich so über seine Platzierung gefreut hat wie die Hamburg Knights. Unter manch irritiertem Blick nahmen wir jubelnd und klatschen unseren letzten Platz entgegen. Um eine gute Platzierung war es uns ja nicht gegangen, sondern vielmehr um ein Wochenende voller Erfahrungen und Spaß. Und dieses hatten wir gehabt. Wie viel wir erlebt hatten, bemerkte ein jeder, als er auf der Rückfahrt die schmerzenden Glieder spürte und vor seinem glasigen Auge die vergangenen zwei Tage noch einmal Revue passieren ließ. Und es machte sich zwischen uns dieses unbeschreibliche Gefühl breit: eine Mischung aus Glück, Stolz und Erschöpfung. - alice kohn - |
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